Chlodwig Poth ist dreifaltig:
ZEICHNER, AUTOR und SOSSENHEIMER!
Am Tag seiner Konfirmation, im Frühjahr 1945, beschloss Chlodwig Poth
mit dem Herrgott mangels Glaubens, Schluss zu machen. Was in etwa der Versetzung
einer Braut am Hochzeitstag gleichkommt. Nun haben sitzen gelassene Götter
und Bräute eines gemeinsam: ihr Zorn ist fürchterlich - und raffiniert.
Und so gefiel es dem Herrn , Chlodwig Poth zu einem der bekanntesten Karikaturisten
des Landes werden zu lassen - Mitbegründer der Neuen Frankfurter Schule.
PARDON-Zeichner der ersten Stunde, bis heute Mitherausgeber des PARDON-Erbes,
der Satirezeitschrift Titanic. Und dann nahm er ihm die Sehkraft. Oder, wie Poth es formuliert: "ER hat beschlossen, mir die Feder aus der Hand zu nehmen."
"Poth lebt heute in Sossenheim bei Frankfurt", verrät der Klappentext
seines neuen Buches "Aus dem Leben eines Taugewas". Das ist recht
euphemistisch: Poth hat Sossenheim gar zu nationaler Bekanntheit gezeichnet.
Schon lange findet sich die Seite "Last Exit Sossenheim" in jeder
Ausgabe der Titanic. Skizzen aus dem Stadtteil, die vor allem eines zeigen: Sossenheim ist überall! (Linda Reisch). Das weiß jetzt die ganze Nation, nur die Sossenheimer noch nicht so richtig, die den wohl bedeutendsten Künstler in ihrer Mitte mit herzlicher Frankfurter Gleichgültigkeit
ignorieren. Der Sossenheimer Kulturverein "schneidet mich vollkommen",
sagt Poth, im Stadtteilblättchen hat noch keine Zeile über ihn gestanden.
(Beitrag von Stefan Behr, aus der Frankfurter Rundschau vom 25. Januar 2003)
Mehr über den Künstler unter: chlodwig-poth.com.


